Gewächshaus Typen und Aufbau

Kontrollierte Umwelt im Gartenbau

Die Aufbauten und Typen von kontrollierten Systemen, die üblicherweise verwendet sind davon abhängig, welche Faktoren der Umwelt beeinflusst werden müssen, bis zu welchem Grad diese beeinflusst werden müssen und von den Kosten diese zu kontrollieren in Bezug auf den Wert der produzierten Früchte. Jeder Parameter, der kontrolliert werden muss, steigert die Einrichtungs- und die Produktionskosten. Ziel ist es eine kontrollierte Umweltzone, also ein Gewächshaus, zu entwickeln und zu bauen, die es ermöglicht die benötigten Parameter bei dem benötigten Grad und Genauigkeit zu kontrollieren. Mehr zu machen würde gleichzeitig mehr an Kosten bedeuten. Zu den allgemein verbreiteten Gewächshaus-Typen gehören folgende Ausführungen:

Rundbogen Gewächshäuser

Rundbogen-GewächshausEin echtes Rundbogen-Gewächshaus hat in der Regel lediglich einen bogenförmigen Rahmen mit einer Abdeckung, so dass das Licht, und die Temperatur zu einem gewissen Grad kontrolliert werden können. Bogenförmige Gewächshäuser werden in der Regel dazu verwendet, um Früchte, die nicht winterhart sind im Frühlingsanfang zu pflanzen. Üblicherweise habe sie keine Heiz- bzw. Kühlanlage. Rundbogen Gewächshäuser können mit einer Polyethylenfolie oder mit einem Textilstoff abgedeckt sein oder bei warmem Wetter auch offen sein. Einige dieser Aufbauten erinnern an Blechhütten (Quonset Hut: Hangar förmige Blechbaracken, die von den Amerikanern in der Nachkriegszeit weltweit in Kasernen verwendet wurden.). Dieser Begriff wird jedoch für Gewächshäuser verwendet, die diesen Blech-Hangars am meisten ähneln.

Frühbeete

FrühbeetFrühbeete sind den Rundbogen-Gewächshäuser ähnlich und haben einen ähnlichen Zweck. Der Unterschied ist, dass Frühbeete teilweise in der Erde versenkt sein können und dass sie üblicherweise nicht so hoch sind wie ein Rundbogen-Gewächshaus. Meistens haben Frühbeete ein flaches Dach. Frühbeete werden in Mitteleuropa in der Regel für Setzlinge verwendet, die im frühen Frühjahr gesetzt werden können und damit früher als es das Klima außerhalb des Frühbeets erlaubt. Frühbeete sind auch für die Überwinterung von Zwiebeln von diversen Pflanzen gut geeignet. Im Allgemeinen haben Frühbeete weder Kühl- noch ein Heizsystem.

Beheizte Frühbeete

Beheizte Frühbeete haben, wie der Name schon sagt, eine Wärmequelle und können somit mehr Einfluss auf die Temperatur nehmen. Die Wärmequelle kann heißes Wasser, Dampf aus einem Boiler, elektrische Heizer, Glühbirnen oder kompostierender Dünger sein, der innerhalb des Frühbeets platziert ist. Auch beheizte Frühbeete werden für Setzlinge im frühen Frühling verwendet.

Gewächshaus als Schattenspender

Schattenhäuser sind vom Prinzip her wie Gewächshäuser, haben aber den gegenteiligen Zweck. Die sind in der Regel mit einer Polypropylen-Kunststoff, Baumwolle oder einem anderen Material abgedeckt, das nur einen Teil des Sonnenlichts durchlässt. Einige schattenspendende Materialien haben aluminierte Oberfläche, die einen Teil des Sonnenlichts reflektiert. Das abdeckende Material kann dazu verwendet werden die variierende Menge an Sonnenlicht zu hemmen, jedoch wird meist zwischen 20% und 60% blockiert. Dieser Typ von Gewächshäuern wird vor Allem in subtropischen oder tropischen Gebieten verwendet, wobei dieser mit dem Schatten eine kühlende Wirkung hat und findet in Mitteleuropa so gut wie keine Anwendung. Schattenhäuser haben in der Regel keine zusätzliche Wärme- oder Kältequelle und werden in der Regel für Schnittblumen und Blattpflanzen verwendet.

Gewächshaus als Wärmespeicher

Gewächshäuser sind die am häufigsten verwendeten Bauten, die für die Kultivierung von Zier- und Nutzpflanzen unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt werden. Diese Bauten biete die Möglichkeit alle Umweltfaktoren zu kontrollieren, obwohl es unterschiedliche Bauarten und dessen Komponenten gibt. Gewächshäuser werden wir später mit mehr Details diskutieren.
Gewächshaus als Kühlhaus
Kühlhäuser im Nutz- und Zierpflanzenanbau ermöglichen es Pflanzen in einem kühleren Klima zu gedeihen als die Umgebung.

Gewächshaus als Klimakammer

Klimakammern könnten auch als Super-Gewächshäuser bezeichnet werden. Es sind computergesteuerte, gekapselte Einheiten, die eine sehr genaue Kontrolle von vielen umweltbedingten Parametern, die bereits diskutiert wurden, ermöglichen. Klimakammern werden in der Regel für Forschungszwecke verwendet wobei diese Verbreitung in der Stoffindustrie finden. Klimakammern können klein sein, so dass man nur hinein langen kann, oder auch groß und begehbar.

Gewächshaus als Keimkammer

Keimkammern sind den gewöhnlichen Gewächshäusern ähnlich mit dem Unterschied, dass diese in erster Linie zum Kontrollieren der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und in manchen Fällen auch der Lichtintensität. Meistens handelt es sich um große begehbare Gebäude, die gut isoliert sind um Temperaturschwankungen zu minimieren. Darüber hinaus haben Klimakammern eine Nebelanlage, um eine hohe relative Luftfeuchtigkeit aufrechterhalten zu können. Diese sind dafür gebaut, um eine optimale Umwelt für das Keimen von Same zu schaffen.

Bauarten von allgemeinen Gewächshäusern

Es gibt eine Vielfalt an Gewächshaus Konstruktionen. In den meisten Fällen jedoch sind diese von zwei Arten abgeleitet: Quonset und A-Rahmen. Die Quonset-Konstruktion kommt aus dem US-Amerikanischen Militär. In diese Bauweise wurden im zweiten Weltkrieg komplette Baracken gebaut und an die Front transportiert. Die A-Rahmen Bauweise basiert auf einer A-förmigen Konstruktion.

Die Quonset-Konstruktion basiert auf einem gewölbten Dach. Das gewölbte Dach ermöglicht es Spannungen in der Struktur effizient nach unten zu leiten. Quonset Gewächshäuser kommen in der Regel in zwei Designs vor. Bei dem Ersten gehen die Gewölbe bis zum Boden ohne Seitenwände, beim zweiten bildet das Gewölbe nur das Dach und wird auf vertikale Wände aufgesetzt.
Die A-förmige-Konstruktion hat in der Regel eine Reihe an stützenden Balken, die das Dach und den Giebel bilden, ähnlich einem Fachwerkhaus. Die Festigkeit dieser Konstruktion kommt von den Stützbalken der vertikalen Wände. Das Gewicht und die anderen Belastungen (z.B. Wind) werden vom Fachwerk getragen und über die vertikalen Wände in den Boden geleitet. Die A-förmigen Gewächshäuser können gleichlange oder auch unterschiedliche Schrägen haben. Früher waren beide Schrägen gleich lang, jetzt gibt es jedoch Ausführungen mit unterschiedlichen Längen bzw. fehlt manchmal eine Schräge komplett, wobei dann eine Vertikale Wand höher ausgebildet ist.
Diese zwei Basiskonstruktionen kommen als „stand-alone“ Konstruktionen vor, können aber auch als Seite an Seite Formen mit Kanten und Nuten oder Dachrinnen –Struktur ausgeführt werden. Die meisten kommerziellen Gewächshäuser haben eine Abwandlung der Dachrinnenkonstruktion. In erster Linie ist der Grund für die Dachrinnenkonstruktion ein größerer, hindernisfreier Innenraum im Vergleich zu einer stand-alone Konstruktion. Mit einem größeren Innenraum kann man Standardvorgänge, wie z.B. automatisierte Bewässerung verwirklichen und damit die Effektivität eines Gewächshauses steigern.

Durch das Weglassen der Innenwände (die bei einer stand-alone Lösung als Außenwände fungieren würden), spart man die Kosten für Konstruktionsmaterialien und die Heizkosten.